Selbstwirksamkeit stärken - Übernimm das Steuer in deinem Job

Kennst du dieses Gefühl, morgens den Laptop aufzuklappen und innerlich schon müde zu sein? Nicht, weil du keine Lust auf Arbeit hast – sondern weil du das Gefühl hast, kaum noch Einfluss zu haben. Termine, Erwartungen, Prozesse, Entscheidungen anderer. Du funktionierst. Du reagierst. Aber gestalten? Schwierig.

Viele Menschen erleben genau das. Und oft ist es kein Mangel an Kompetenz oder Motivation. Sondern ein leises, nagendes Gefühl von „Ich kann hier eh nichts ändern.“

Die gute Nachricht: Dieses Gefühl ist kein Dauerzustand. Und es sagt nichts über deine Fähigkeiten aus. Es zeigt vor allem eins – deine Selbstwirksamkeit ist gerade angeschlagen. Und die lässt sich stärken.

 

In diesem Beitrag geht es darum, was Selbstwirksamkeit im Job wirklich bedeutet, warum sie so entscheidend für Zufriedenheit und Erfolg ist und wie du sie ganz praktisch im Arbeitsalltag aufbauen kannst. Nicht theoretisch-abgehoben, sondern machbar. Schritt für Schritt, in deinem Tempo.

 

Was Selbstwirksamkeit wirklich ist und warum sie im Job so wichtig ist

Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung, aus eigener Kraft etwas bewirken zu können. Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren oder immer erfolgreich zu sein. Sondern darum, dir selbst zuzutrauen, mit Herausforderungen umgehen zu können.

Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit

  • erleben Stress als handhabbar und leiden seltener unter Ängsten

  • bleiben eher handlungsfähig in Veränderung und auch in Krisensituationen

  • übernehmen Verantwortung, ohne sich zu überfordern

  • nutzen ihre Fähigkeiten und Kompetenzen besser

  • zeigen eine höhere Motivation und Einsatzbereitschaft

  • sind zufriedener und resilienter im Job

Spannend ist: Selbstwirksamkeit entsteht nicht durch positives Denken allein. Sie wächst durch erlebte Wirksamkeit. Also durch kleine Erfahrungen, die deinem Gehirn sagen: „Ah, ich kann etwas tun und das hat einen Effekt.“

Genau hier setzt Job Crafting an. Denn wenn du beginnst, deinen Job aktiv mitzugestalten, sammelst du genau diese Erfahrungen.

Selbstwirksamkeit im Arbeitsalltag stärken

Selbstwirksamkeit wächst nicht durch große Umbrüche, sondern durch kleine, bewusste Schritte. Hier ein paar Hebel, die sich im Job besonders bewährt haben:

1. Den Fokus auf deinen Einfluss richten

Frage dich regelmäßig:

  • Was liegt wirklich in meinem Einflussbereich?

  • Wo kann ich Entscheidungen treffen – auch kleine?

  • Was kann ich heute anders machen als gestern?

Allein diese Perspektivverschiebung verändert viel. Statt Energie in Ärger zu stecken, investierst du sie in konkrete Handlungsspielräume.

2. Aufgaben aktiv umgestalten

Vielleicht kannst du:

  • eine Aufgabe anders strukturieren oder deine Herangehensweise verändern

  • einen Arbeitsschritt weglassen oder vereinfachen

  • dir bewusst Zeit für einen Aspekt nehmen, der dir liegt

Das klingt banal, ist aber hochwirksam. Denn du gestaltest statt nur auszuführen.

3. Beziehungen bewusst nutzen

Selbstwirksamkeit entsteht auch im Miteinander. Zum Beispiel, wenn du:

  • gezielt um Feedback bittest oder andere Meinungen einholst

  • Unterstützung einforderst oder Herausforderungen gemeinsam mit anderen angehst

  • deine Sichtweise klar und ruhig aussprichst

Du musst nicht alles allein können. Wirksam zu sein heißt auch, andere einzubeziehen.

4. Erfolge sichtbar machen

Viele Menschen übersehen ihre eigenen Fortschritte. Mach sie sichtbar:

  • Was ist mir diese Woche gelungen?

  • Wo habe ich etwas angestoßen?

  • Welche Entscheidung habe ich bewusst getroffen?

Das stärkt dein Vertrauen in dich selbst – nachhaltig.

Eine persönliche Erfahrung: Der Moment, in dem sich etwas gedreht hat

Ich erinnere mich gut an eine Phase, in der ich mich im Job innerlich klein gefühlt habe. Äußerlich lief alles gut. Innerlich war ich ständig im Reaktionsmodus. Ich habe viel gearbeitet, aber kaum gestaltet.

Der Wendepunkt kam nicht durch einen großen Jobwechsel. Sondern durch eine simple Frage:
„Was würde ich tun, wenn ich davon ausgehe, dass mein Handeln einen Unterschied macht?“

Ich begann, Meetings anders vorzubereiten. Meine Perspektive klarer zu formulieren. Aufgaben hinsichtlich ihres Ziels zu hinterfragen. Themen anzusprechen, die ich vorher geschluckt hatte. Nicht laut, nicht kämpferisch, sondern bewusst.

Es war erstaunlich, wie schnell sich etwas veränderte. Nicht alles, aber genug, um wieder Vertrauen zu spüren. In mich und in meine Wirkung. Genau das ist Selbstwirksamkeit.

Warum Selbstwirksamkeit Mut macht, auch wenn nicht alles gelingt

Ein wichtiger Punkt: Selbstwirksamkeit heißt nicht, dass alles klappt. Sondern dass du dir zutraust, mit dem Ergebnis umzugehen. Auch wenn es mal holpert.

Das entlastet enorm. Du musst nicht perfekt sein. Du darfst ausprobieren, lernen, nachjustieren. Und genau das macht Entwicklung möglich, mit Freude statt Druck.

Du bist nicht machtlos

Vielleicht kannst du deinen Job nicht von heute auf morgen komplett verändern. Aber du kannst heute anfangen, ihn ein kleines Stück mehr zu deinem zu machen.

Selbstwirksamkeit wächst, wenn du dir erlaubst, wieder Gestalterin zu sein. Schritt für Schritt, mit Neugier statt Selbstkritik, und mit der Gewissheit: Dein Handeln zählt.

Starte jetzt mit einem ersten kleinen Schritt

Wenn du Lust hast, deine Selbstwirksamkeit gezielt zu stärken, nimm dir die obigen 4 Tipps zur Stärkung deiner Selbstwirksamkeit vor. Überlege dir, was davon gut zu dir passt und was du am liebsten umsetzen willst.

  1. Um deinen persönlichen Einflussbereich besser kennenzulernen, empfehle ich dir den Beitrag zum Circle of Influence.

  2. Durch Task Crafting kannst du an deinen Tätigkeiten arbeiten, um deine Aufgabeninhalte und auch deinen Arbeitsstil besser an deine Stärken und Kompetenzen anzupassen.

  3. Mit Relationship Crafting verbesserst du gezielt deine Arbeitsbeziehungen und stärkst deine Zusammenarbeit mit Verbündeten.

  4. Nutze ein Erfolgstagebuch. Nimm dir regelmäßig Zeit, zum Beispiel am Wochenende, und blicke auf das Erreichte zurück. Feiere dich und deine Erfolge und vergiss nicht, diese mit anderen zu teilen.

Diese Beispiele helfen dir, das Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten zu fördern, aktiv Entscheidungen zu fällen und ins Handeln zu kommen. Nutze diese konkreten Ansatzpunkte, um erste Veränderungen für deinen Arbeitsalltag zu planen.

Wenn du dich tiefer in die verschiedenen Job Crafting Dimensionen wie Task Crafting und Relationship Crafting vertiefen willst, kannst du die theoretischen Hintergründe in der Job Crafting Library nachlesen. Oder gleich praktisch in einem meiner Coaching Seminare angehen. Ich freue mich auf dich.

 
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