Fördere deine Eigeninitiative durch Job Crafting
Hast du auch schon gespürt, wie tatenloses Warten im Job dich blockiert? Statt passiv zu bleiben, brauchst du heute den Antrieb, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen – nicht nur für dich, sondern auch für deine berufliche Zukunft.
In diesem Artikel erfährst du, warum Eigeninitiative nicht nur eine persönliche Stärke ist, sondern die Grundlage für wirksames Job Crafting.
Du verstehst, wie du Eigeninitiative konkret fördern kannst – im Job und darüber hinaus.
Eigeninitiative ist auf Platz 1 der Zukunftskompetenzen
Studien wie die Future Skills Studie 2030 zeigen: Unter den überfachlichen Kompetenzen steht Eigeninitiative an erster Stelle – noch vor Resilienz, Problemlösungsfähigkeit oder Zielorientierung.
Future Skills sind sogenannte Zukunftskompetenzen, über die eine Person zur Erfüllung beruflicher Aufgaben heute und in Zukunft verfügen muss. Unter den Begriff fallen also personenbezogene Kompetenzen wie Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen und Kenntnisse, persönliches Mindset und Verhaltensweisen, die Personen zur Ausübungen ihrer heutigen, aber auch zukünftigen Tätigkeiten benötigen.
Die beiden Gewerkschaften IG Metall Baden-Württemberg und Südwestmetall stehen hinter der AgenturQ, die die Future Skills Studie 2030 durchgeführt und herausgegeben hat. Der Fokus liegt dabei auf Baden-Württemberg und aufgrund der Zuständigkeit der beiden Tarifvertragsparteien auf der Metall- und Elektroindustrie, lässt sich abseits der rein fachlichen Skills sicherlich breiter betrachten. Für die Studie wurden im Zeitraum von Januar 2018 bis Dezember 2023 mehr als 10 Millionen Online-Stellenanzeigen mit wissenschaftlichen Methoden analysiert, um die erkannten Kompetenzen zu gruppieren. Diese wurden anschließend in Interviews und Workshops mit Expert:innen nochmals validiert. Letzlich wurden 40 Skill-Cluster in vier Kompetenzkategorien herausgearbeitet.
Diese Kompetenzen werden entweder bereits heute als wichtig erachtet und werden auch bis ins Jahr 2030 wichtig bleiben. Oder es handelt sich um Kompetenzen, die heute zwar (noch) nicht wichtig sind, die allerdings voraussichtlich bis 2030 an Bedeutung gewinnen werden. Aus dieser Idee leitet sich der Begriff Future Skills ab.
Eigeninitiative als überfachliche Kompetenz
Drei der vier Kompetenzkategorien der Studie beziehen sich auf fachliche Anforderungen. Es geht dabei um Kompetenzen aus den Bereichen Technologie und Digitalisierung, Geschäftsprozesse und Management sowie um industriespezifische Kompetenzen speziell aus dem Metall- und Elektrobereich.
Interessant für eine Betrachtung im Zusammenhang mit Job Crafting ist die vierte Kompetenzkategorie, nämlich die überfachlichen Kompentenzen. Diese können sicherlich auch außerhalb der Metall- und Elektroindustrie sowie überregional als wichtig erachtet werden. Darunter werden im Rahmen der Studie persönliche Verhaltensweisen und Einstellungen verstanden, durch die Personen befähigt werden, sich erfolgreich in beruflichen Situationen zu bewegen und die gestellten Aufgaben wirkungsvoll zu bewältigen. Hinzu kommt, dass Digitalisierung und weitere aktuelle Transformationstreiber die Arbeitswelt umfangreich verändern, worauf sich Mitarbeitende mithilfe zukunftsorientierter Kompetenzen einstellen müssen.
An erster Stelle wird hier das Kompetenz-Cluster Eigeninitiative genannt. Darunter zählen beispielsweise Eigenmotivation und Engagement, die auch als Auslöser für Job Crafting aufgefasst werden können. Job Crafter wollen ihre Jobrolle mit Engagement ausfüllen, dabei Störfaktoren minimieren und beglückende Anteile vergrößern. Sie sind intrinsisch motiviert, um mehr Sinn und Erfüllung in ihrer Arbeit zu finden. Die (Weiter-)Entwicklung von Kompetenzen im Bereich Eigeninitiative ist demnach eine gute Investition, sowohl als Beitrag für die zukünftige Arbeitswelt als auch für die Anwendung von Job Crafting.
Weitere Kompetenz-Cluster in der Kategorie der überfachlichen Kompetenzen passen ebenfalls in dieses Schema. Dazu zählen beispielsweise innovatives Denken, Problemlösungsfähigkeit und Zielorientierung. Damit können Job Crafter bestehende Hindernisse überwinden, auf neue, ungewöhnliche Lösungsansätze kommen und mit Selbstdisziplin auf gesteckte Ziele hinarbeiten.
So förderst du mit Job Crafting gezielt deine Eigeninitiative
Auch die Pionier:innen des Job Crafting Konzepts, Wrzesniewski und Dutton, betonen, dass proaktives Gestalten des eigenen Arbeitsumfelds ein zentraler Bestandteil der heutigen Arbeitswelt ist.
Wie der Begriff schon sagt, die Initiative muss von dir selbst ausgehen. Daher schau genauer hin, wie es mit deiner Eigeninitiative aussieht.
Selbstreflexion starten: Wann hast du zuletzt etwas proaktiv angestoßen?
Kleine Schritte setzen: Suche dir ein Miniprojekt, das du eigenständig beginnen kannst, zum Beispiel eine kleine Prozessverbesserung oder ein neues Lernformat.
Struktur schaffen: Setze dir klare Ziele und Deadlines. Maßnahmen wie ein kleines Feedback-Ritual helfen dir, dran zu bleiben.
Feiern & erneuern: Anerkennung – auch für kleine Erfolge – stärkt deinen inneren Antrieb. Wiederhole den Zyklus, um Eigeninitiative zu trainieren.
Meine Erfahrungen mit Eigeninitiative
In meinem Berufsleben habe ich rückblickend immer wieder neue Projekte angestoßen. Mal waren es große Projekte - gemeinsam mit Kolleginnen aus anderen Unternehmen habe ich beim Bundesverband der Digitalwirtschaft ein Gremium für Frauen in der IT gegründet und einige Jahre geleitet.
Auch im Kleinen gehe ich neue Themen an - beispielsweise die Nutzung verschiedener KI-Tools für meine Arbeit oder die Einarbeitung in Buchhaltung und die dafür notwendige Software.
Dabei hilft es mir, dass ich grundsätzlich neugierig bin und Freude daran habe, mein Wissen zu erweitern und neue Erfahrungen zu sammeln. Und als Belohnung genieße ich es zu sehen, dass ich mich ständig weiterentwickeln kann und nicht auf der Stelle trete.
Aktiviere deine Eigeninitiative für mehr Wirkung und Zufriedenheit
Eigeninitiative ist kein Soft Skill von gestern – sie ist aktuelle Zukunftskompetenz und der Treibstoff für Job Crafting. Wer sie nutzt, gestaltet nicht nur den eigenen Job besser – sondern gewinnt Motivation, Sinn und Wirksamkeit dazu.
Nutze die oben genannten Coaching Impulse und entdecke, mit welchem kleinen Schritt du heute beginnen kannst.